Farmers for Future

Wer wir sind?

Als aktive oder zukünftige Bauern und Bäuerinnen, Gärtner*innen, Land- und Forstarbeiter*innen, Imker*innen, Hirt*innen und Lebensmittelhandwerker*innen solidarisieren wir uns mit der Bewegung #FridaysForFuture.

Wir sind eine selbstorganisierte und parteiunabhängige Initiative und treten für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen heute und vor allem in der Zukunft ein.

Was wir wollen?

Wir treten gemeinsam mit #FridaysForFuture für eine konsequente Umweltpolitik in Übereinstimmung mit globaler Klimagerechtigkeit und dem 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens ein.

In der Landwirtschaft spüren wir unmittelbar die Auswirkungen, etwa von Dürre, extremen Niederschlägen, Schädlingsbefall, Bodenverlust, gestörten Wasserkreisläufen und Artensterben.

Die Landwirtschaft ist jedoch nicht nur Opfer des Klimawandels, sondern trägt auch zu diesem bei.

Daher sind wir als #FarmersForFuture entschlossen, einen Beitrag zur Rettung unserer Zukunft zu leisten, in der das Gute Leben für alle möglich ist.

Hintergrundvideo

Angesichts der letzten Sommer stellt sich bei uns im Weinviertel die Frage, ob die Ackerbaukulturen, wie sie hier traditionell üblich sind, überhaupt eine Zukunft haben. Durch Dürre und gehäuftem Schädlingsbefall gab es bereits einige Missernten, bewässern ist in dieser trockenen Gegend auch keine Möglichkeit.

Zum einen sind Bäuerinnen und Bauern existenziell bedroht durch die Klimaveränderung, gleichzeitig liegen so viele Möglichkeiten brach, wie wir selbst einen Beitrag leisten können um sie zu bremsen und unsere Ökosysteme robuster umzugestalten: vielfältige Höfe mit mehreren Standbeinen, Verzicht auf Pestizide, mehr Windschutzgürtel und Landschaftselemente, Direktvermarktung in der Region statt weite Transporte – das sind nur einige Ansätze um einen positiven Beitrag zum Weltklima zu leisten.

Soll dieser Kurswechsel in den nächsten Jahren über die Bühne gehen, darf sich die Politik nicht auf das Engagement einiger Weniger verlassen sondern ist am Zug, die politischen Weichen umzustellen und die Förderpolitik an unsere Herausforderungen anzupassen!

Franziska Schrolmberger , angehende Gemüsebäuerin bei Retz/NÖ

Die letzten Sommer waren bei uns geprägt von der Sorge, ob Regen kommen wird und wir genug Futter für unsere Mutterkuhherde haben werden.  Und wenn dann Regen kam, ob er dann nicht zu heftig ausfällt und Zerstörungen anrichtet. Ist es besonders heiß, leiden unsere Kühe und Rinder noch mehr als wir Menschen.
Langsam merken alle, dass dies kein Zufall mehr sein kann und dass es mehr als notwendig sein wird, politisch und auch im persönlichen Handeln massive Schritte für eine gute Klima-Zukunft auf unserem Planeten zu tun!
Unser Beitrag ist unter anderem: Biobetrieb, Weidehaltung über die ganze Vegetationsperiode, Kraftfutter nur als Lockmittel, regionale Vermarktung des Schlachtviehs, sparsamer Dieselverbrauch,…

12 Mutterkühe, 2 Schweine, Hühner für den Eigenbedarf

Christine Pichler-Brix , Steinbach am Attesee/OÖ

Ich engagiere mich für Farmers for Future, weil ich mitgestalten möchte an besseren Rahmenbedingungen für eine klimagerechtere, kleinbäuerliche Landwirtschaft. Es ist Zeit zu handeln, damit auch unsere Kinder und Enkel noch eine lebenswerte Erde vorfinden. Und wir als Klein-Bäuerinnen und Bauern können hier viel bewirken, wenn man uns nur lässt, sprich, wenn klimafreundliche Landwirtschaft entsprechend gefördert wird!

Daniela Kohler , Buch/ Vorarlberg

Die Klimakrise hat uns Bauern und Bäuerinnen bereits fest im Griff – ob Bodenerosion durch Starkregen oder Ernteausfälle aufgrund anhaltender Hitzeperioden, die Zunahme dieser Wetterextreme ist eine Folge des menschengemachten Klimawandels. Damit ist nicht nur unsere Lebensgrundlage gefährdet, sondern auch jene der uns nachfolgenden Generationen. Es braucht einen radikalen Wandel in der Art und Weise wie wir produzieren und konsumieren, also der Art wie wir als Gesellschaft leben. Eine industrialisierte, kapitaintensive und weltmarktorientierte Landwirtschaft ist Teil des Problems – eine bäuerliche, ökologisch nachhaltige und sozial gerechte Landwirtschaft kann ein Teil der Lösung sein. Es ist unsere Verantwortung jetzt zu handeln!

Ludwig Rumetshofer , Bio Bauer in Braunau am Inn/OÖ

Wir stehen unseren Kindern und Kindeskindern in der Pflicht ihnen einen Planeten zu hinterlassen auf dem es sich schön und angenehm leben lässt! 
Als Biobauer beobachte ich die Veränderungen am Wettergeschehen und in der Flora und Fauna natürlich recht genau. Die zunehmende Erwärmung macht nicht nur unseren Pflanzen zu schaffen, sondern auch mir selber. Die zunehmende Anzahl jener Arten, die vom Aussterben bedroht sind, bedeutet auch, dass wir schnell unsere Art zu wirtschaften ändern müssen. Wenn wir es weiters schaffen den Besitz von Grund und Boden auf mehr verantwortungsvoll handelnde Menschen aufzuteilen, dann mache ich mir um die Zukunft unseres schönen Planeten, und um eine schönes Leben von uns Menschen auf eben diesem Planeten keine Sorgen.

Christian Stadler , Morgentau, Hofkirchen i. Traunkreis/ OÖ

Unser Garten in der Cook up Kitchen Area in Geinberg hat mehr als 10.000 m². Wir haben ihn im April und Mai mit vielen freiwilligen Helfern angelegt um Kindern jeder Altersklassen und gesellschaftlichen Herkunft die Möglichkeit einer Auszeit zu geben. Wir arbeiten mit den Kindern im Garten, bestaunen das Maus Haus oder lernen etwas über Bienen. Gemüse und Früchte aus unserem Garten verkochen wir gemeinsam mit den Kindern um ihnen den bewussten Umgang mit Lebensmitteln näher zu bringen. Im nächsten Jahr möchten wir den Garten ausbauen und um zwei Ackerstreifen erweitern.

Viktoria Stranzinger, Cook up Kitchen , Geinberg

Unser Motto für die zukunftsfähige Landwirtschaft lautet mehr, mehr, mehr: Vielfalt an Pflanzen und Tieren, an Humus im Boden, an Hecken und wertvollen Landschaftselementen, mehr Menschen in der Landwirtschaft (statt immer mehr Maschinen), mehr Wasserspeicherung für Dürreperioden im Boden und der Vegetation, mehr Gehölze in der Landschaft, mehr Planung (statt gedankenloser und energie- & ressourcenintensiver Abläufe), mehr Nützlingslebensräume in der Landschaft (statt Pestiziden), mehr regionale (Land)wirtschaft, mehr Miteinander als jedeR für sich, mehr Verteilungsgerechtigkeit, mehr Mitbestimmung was unsere Lebensmittel betrifft, mehr Kleinbauern und -bäurinnen, mehr Bewusstsein für die Endlichkeit unserer natürlichen Ressourcen, mehr Natur statt mehr Geld. Pura Vida!

Sigrid Drage & Andreas Voglgruber , Sonnentor Frei-Hof in Sprögnitz bei Zwettl

Die Form der Landwirtschaft, ob biologisch oder industriell-konventionell, haben extrem gegensätzliche Potentiale in ihrer Auswirkung auf den Planeten – während die industrielle Methode eine der Hauptverursacherinnen der Klimazerstörung ist kann die biologische Arbeitsweise “heilsam” sein. Der Markt regelt das hier ganz offensichtlich nicht von selbst, so dass wir es immer unangenehmer haben werden und die Menschen die am wenigsten dazu beigetragen haben am meisten darunter leiden werden. Politische Lösungen sind dringend und schnell nötig – lokal sowie global! Wir wollen Durck auf die Politik machen und freuen uns dass es jetzt Farmers for Future gibt.

Sarah und Michaela Reisenbauer , Krumbach / NÖ

Als Vorstandsmitglied von BIO AUSTRIA und Biobauer im Marchfeld verstehe ich mich als Farmer For Future, weil die biologische Landwirtschaft für eine enkeltaugliche Landwirtschaft steht und sich bei der Bewältigung der Klimakrise als vorteilhaft erweist:

Die CO2eq-Emissionen pro kg Bio-Fleisch und Bio-Eier sind vielfach um 10% bis 50% geringer als bei konventionellem Fleisch und Eiern. Diese Reduktion kommt auch aufgrund unseres Verzichtes auf Sojaimporte aus Brasilien und Argentinien zustande. Dies ist ein wichtiger Beitrag im Kampf um die Rettung des Regenwalds und trägt damit ganz wesentlich zum Schutz der Biodiversität und des Klimas bei.

Da der Biolandbau den Einsatz von Stickstoff-Mineraldünger verbietet, hat der Bio-Ackerbau um 66% bis 90% geringere CO2eq-Emissionen/ ha. Diese geringeren Treibhausgas-Emissionen im Biolandbau stammen auch von einer durchschnittlich geringeren Produktionsintensität: Die Stickstoff-Düngemengen sind zum Teil deutlich geringer als in der konventionellen Landwirtschaft, was die direkten und indirekten Lachgas (N2O)-Emissionen weiter reduziert.

Zukünftige Witterungsextreme (z.B. Trockenheit, Starkniederschläge) werden zudem in Bio-Böden besser abgepuffert, denn Bio-Böden nehmen aufgrund höherer Humusgehalte und besserer Bodenstruktur nachweislich schneller Wasser auf und speichern das Wasser besser. Der Bio-Ackerbau trägt auch wesentlich zur Vermeidung von Bodenerosion bei.

Es ist höchste Zeit, dass diese Tatsachen ihren Eingang ins politische Bewusstsein und in die Vergabe von Agrarförderungen finden! Wir fordern eine Erhöhung von 25% auf 50% der Agrarförderungen für das Agrarumweltprogramm im Rahmen der GAP, einen Bio-Anteil von 35% der landwirtschaftlichen Fläche als Ziel im GAP-Strategieplan, politische Unterstützung bei der Erweiterung des Biomarktes, sowie 60% Bio-Anteil in der Verpflegung nationaler öffentlicher Einrichtungen.

Otto Gasselich , Marchfeld, NÖ

Die Landwirtschaft ist Opfer und Mitverursacher der Klimakrise zugleich. Es ist wichtig, dass wir rasch Anpassungsmaßnahmen ergreifen, aber auch die CO2-Emissionen drastisch reduzieren. Unserer Meinung nach geht das am Besten über mehr regionale Biolandwirtschaft.

Jutta und Wolfgang Spitzmüller , Oberschützen / Süd-Burgenland